Kampf den Funklöchern: AVM Repeater 6000

In Zeiten von Home Office und einer immer größer werdenden Anzahl an WLAN Geräten, die im ganzen Haus verteilt arbeiten müssen machen sich Funklöcher schnell bemerkbar. Der WLAN Router ist meistens nicht flexibel in seiner örtlichen Position, da er am Internetanschluss angebracht werden muss. Eine gute Abhilfe ist immer, eine möglichst große Anzahl an Geräten an das LAN Kabel zu hängen. Das Thema hat sich aber auch schnell erledigt, da viele Geräte keinen LAN Anschluss mehr bieten, geschweige denn LAN Kabel im ganzen Haus verlegt sind.

Meine Lösung für das Problem ist der im April 2021 vorgestellte Repeater 6000 von AVM. Warum gerade AVM und dieses Modell lest ihr weiter im Artikel

Packungsinhalt

Der Packungsinhalt ist überschaubar und hält neben dem Repeater ein Netzteil und ein LAN Kabel bereit. Eine Anleitung, wie die Mesh Funktion in Verbindung mit einer AVM Basis hergestellt wird liegt ebenfalls bei. Das LAN Kabel ist nicht beschriftet, dürfte aber ein hochwertiges Kabel sein, da der Repater mit zwei schnellen LAN Anschlüssen ausgestattet ist. Es gibt: 1x Gigabit LAN und 1x 2,5 Gigabit LAN.

Zahlen, Daten & Fakten

  • Abmessungen: Die Abmessungen des Reapters betragen ca. 8,7 x 18,5 x 13,5 cm (B x H x T) und sind damit fast identisch zum Vorgänger dem Repeater 3000
  • LAN: 1x 1 Gigabit, 1x 2,5 Gigabit (Abwärtskompatibel zu 10 MBits und 100 MBits)
  • WLAN Standards: WiFi 4, 5 & 6 (802.11g+n+ac+ax)
  • WLAN Hardware: 3 Funkeinheiten mit jeweils 4×4 MIMO Antennen: 2400 MBit/s (5 GHz, 4 x 4) + 2400 MBit/s (5 GHz, 4 x 4) + 1200 MBit/s (2,4 GHz, 4 x 4)
  • Stromversorgung: Netzteil mit Eurostecker 12V @ 2A, genormter Rundstecker Kabellänge ca. 140 cm

Inbetriebnahme

Out of the box baut der Repeater ein WLAN Netzwerk auf, in das man sich mit dem beiliegendem WLAN Schlüssel einwählen kann. Nutzer eines AVM WLAN Routers können natürlich die Mesh Funktion nutzen, die auch die Übertragung sämtlicher Einstellungen garantiert. Das FritzOS! auf dem Router, der als Basis gilt muss hierbei größer 6.90 sein.

Nun muss man sich nur Gedanken machen, ob der Repater das WLAN oder das LAN der Basis nutzt. Ich habe hier die LAN Variante genutzt, da ich kein freund davon bin, Funksignale als Basis für eine Verstärkung zu nutzen. (Man möchte doch keine Fehler verstärken). Natürlich ist es davon abhängig, ob ein LAN Anschluss in der nähe ist oder ein Kabel verlegt werden kann. Laut Anleitung muss in beiden Fällen lediglich die WPS Taste an beiden Geräten gedrückt werden. Unterschied ist nur das angeschlossene LAN Kabel.

Man sieht, wie sich der Repeater sofort in die Umgebung einfügt. Durch die Mesh Funktion und Einstellungsübernahme sieht der Repeater für sämtliche Geräte aus, wie die Basis. Durch die gleiche WLAN SSID und das gleiche WLAN Passwort melden sich sofort alle Geräte an, die ein besseres Signal am Repeater bekommen. Und es sind nicht wenige!

Ein kleiner Hinweis: Wer das WLAN der Router Basis ausschalten möchte, weil er Strom sparen möchte oder sich die Geräte immer ins Schlechte Netz verrennen wird zwangsläufig auch den Repeater ausschalten. Doch warum? Durch die automatisierte Konfiguration hat der Repeater die dauerhafte Übernahme sämtlicher Einstellungen aktiv. Diese kann im Menü des Repeaters deaktiviert werden. Doch Achtung: Änderungen am Netz (Name, Schlüssel oder AVM spezifische Daten sollten nun nicht mehr geändert werden)

AVM Repeater 6000 im Einsatz

Hält der Repeater was er verspricht? Und wie hoch ist der Stromverbrauch

Stromverbrauch

Laut den technischen Daten auf der AVM Homepage benötigt der Repeater 6000 im Mittel 11 Watt. Verglichen mit den technischen Angaben des Vorgängers ist das fast das doppelte. Wie sieht der Stromverbrauch in der Praxis aus? Gemessen mit einer Strommessenden Steckdose ergeben sich folgende Werte

  • Idle Betrieb: circa 9-10 Watt
  • Speedtest am iPhone mit 500MBits Übertragung: circa 11-12 Watt
  • Speedtest am iPhone & Netztwerktest mit iperf am Laptop: bis zu 16 Watt

Der Stromverbrauch über 12 Stunden beläuft sich auf 110Wh. Das macht pro Stunde eine Leistungsaufnahme von < 10Watt. Rechnet man mit diesem Wert so ergeben sich im Jahr Stromkosten von knapp 27€, wenn man einen Strompreis von 0,30€ annimmt. Solche Zahlen sollte man sich immer vor Augen halten. Kleinvieh macht eben auch misst. Vor allem wenn in jedem Raum eine Amazon Echo steht. 

Gemittelte Leistungsaufnahme nach 12 Stunden

Übertragungsgeschwindigkeit

Wie misst man Übertragungsgeschwindigkeiten im Heimnetz ohne sich auf die Werte in der grafischen Benutzeroberfläche der WLAN Einstellungen zu verlassen? Hierzu habe ich einen separaten Beitrag zum Thema “iperf”. Ein Tool mit dem man zwischen zwei Netzwerkgeräten beliebig lange Tests machen kann und sich die Übertragungsgeschwindigkeit anzeigen lassen kann.

Den Raspberry 4, der am LAN hängt als iperf Server gestartet.

Was sieht man auf den Screenshots? Drei Versuche auf drei Stockwerken. Im Mittel wurden dabei über 30 Sekunden Geschwindigkeiten von bis zu 65 MByte/s netto erreicht. Auf dem Dachboden immerhin 45,6MByte/s netto. Netto sind hierbei die Nutzdaten, die tatsächlich Daten enthalten. Wie man auf dem zweiten Screenshot sehen kann ist die Bruttorate bis zu 141MByte/s im Peak. Umgerechnet auf Bits haben wir hier also über 1Gbit/s, was dem limitierendem LAN entspricht.

Fazit

Wer mit dem steigenden Stromverbrauch zuhause kein Problem hat und ein Funkloch stopfen will ist mit dem AVM Repeater 6000 bestens bedient. Vor allem sind viele zukunftssichere Standards drin wie WLAN6 (ax) und eine 2.5Gigabit Leitung. Sein Design macht ein Aufstellen unabhängig vom Ort Internetanschluss möglich und auch die Tatsache, dass es kein “Steckdosenrepeater” ist wie viele andere Geräte von AVM machen ihn flexibel.

Wer jedoch 50% des Preises sparen will und noch keine WLAN 6 (ax) Gerätesein Eigen nennt, kann eigentlich beim Vorgänger AVM Repeater 3000 zugreifen.

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